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Große Hilfsbereitschaft bei der Vesperkirche

An der Geislingen Vesperkirche beteiligen sich mehr als 60 Ehrenamtliche. Im Gottesdienst wurden sie gesegnet.

CLAUDIA BURST |

„Ich bin Zuhörerin. Mehr kann ich manchmal nicht tun. Aber es hilft schon, den Menschen wichtig zu nehmen.“ Diese Antwort gab Brunhilde Schmid am Sonntagvormittag beim Eröffnungsgottesdienst zur Vesperkirche in der Pauluskirche auf die Frage von Karl-Heinz Drescher-Pfeiffer. Der Pfarrer im Ruhestand und Organisator der Vesperkirche wollte wissen, warum sich die Frau seit so vielen Jahren als ehrenamtliche Mitarbeiterin einsetzt. Damit ist sie nicht die Einzige: Für Hannelore Brischar ist es „eine Freude, hierherzukommen und anderen Menschen Freude weiterzugeben“ und Karl-Heinz Doster ist die Gemeinschaft mit den anderen Mitarbeitern genauso wichtig wie die Gemeinschaft mit den Gästen.

Die Vesperkirche hat seit gestern wieder ihre Pforten geöffnet, an jedem Wochentag von 11 bis 14 Uhr. Sie ist zum einen für alle gedacht, die in finanzieller Hinsicht dankbar dafür sind, dass sie jetzt drei Wochen lang für gerade mal 1,50 Euro ein warmes Mittagessen bekommen. Kinder dürfen umsonst mitessen. Zum anderen bedeutet die Vesperkirche für sehr viele Menschen die Möglichkeit, der Einsamkeit zu Hause für eine Weile zu entfliehen. Dort finden sie Gesellschaft in einer Gemeinde auf Zeit. Sie können einfach mit einem Tischnachbarn plaudern – oder bei Bedarf mit einem der Mitarbeiter sprechen.

Es ist die 13. Auflage der Vesperkirche in Geislingen. Diakoniepfarrer Christoph Wiborg hat sie im Jahr 2006 ins Leben gerufen. Als „Ausrufezeichen für die Gesellschaft“ bezeichnete er sie damals. Die Vesperkirche solle das Bewusstsein dafür schärfen, dass es – auch in und um Geislingen – Armut und Einsamkeit gibt.

Im vergangenen Jahr waren es 1400 Besucher, die sich im Laufe der drei Wochen das Drei-Gänge-Menü schmecken ließen – samt Kaffee und süßer Stückchen zum Nachtisch. Wobei ein Teil dieser Gäste Solidar-Esser sind: Sie zahlen unauffällig mehr als die geforderten 1,50 Euro und sorgen so dafür, dass es sich bei der Vesperkirche um eine bunte Gesellschaft handelt, in der keiner auffällt und alle willkommen sind.

Dass die Vesperkirche ein Akt der Nächstenliebe und Barmherzigkeit ist, machte Pfarrer Karl-Heinz Drescher-Pfeiffer beim Eröffnungs-Gottesdienst am Sonntag in seiner Predigt klar. Er hatte dafür die biblische Geschichte des barmherzigen Samariters ausgewählt, die mit Jesu Aufforderung endet: „So geh hin und tu desgleichen“.

„Mit dieser Geschichte will Jesus aufrütteln und den Gesprächspartner zum Nachdenken bringen“, betonte der Pfarrer im Ruhestand, der sich nach wie vor für die Vesperkirche verantwortlich zeichnet. Er fügte hinzu: „Nur gedachte Liebe ist keine Liebe. Erbarmen lässt sich auf den Menschen ein.“ So wünschte er in seiner Predigt, dass auch die Mitarbeiter im Rahmen der Vesperkirche „all denen, die da kommen, zum Nächsten werden“.

Um sie für diese Aufgabe unter den Segen Gottes zu stellen, bat Drescher-Pfeiffer die Ehrenamtlichen nach vorne um den Altar. 40 der insgesamt mehr als 60 Helfer waren gekommen und nahmen dieses Angebot an.

„Rund ein Drittel der Helfer sind seit Anfang an dabei“, teilte Drescher-Pfeiffer mit und lobte die „unbedingte Verlässlichkeit und das gute Miteinander im Team“. Er freute sich darüber, dass es keine Schwierigkeit ist, Ehrenamtliche für diese Aufgabe zu finden. „Die einen kommen mit einem der bereits Aktiven einfach mit, andere rufen an und fragen, ob es für sie eine Aufgabe gibt.“

Der Vesperkichen-Leiter freut sich auch jedes Jahr über den Einsatz von Schülern der Pestalozzi- und der Emil-von-Behring-Schule, die sich an einzelnen Tagen in der Vesperkirche engagieren „und sich immer ausgesprochen höflich und zuvorkommend verhalten“. Claudia Burst

Info Die Vesperkirche in der Geislinger Pauluskirche ist bis 2. Februar unter der Woche von 11 bis 14 Uhr geöffnet, Essensausgabe ist immer ab 11.45 Uhr bis 13.30 Uhr.

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