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Beim Elektromüll landesweit spitze

Die Ulmer Bürger trennen schon ganz gut die Wertstoffe des Mülls. Das zeigt die Abfallbilanz Baden-Württemberg. Nur bei den Bioabfällen hapert es noch.

CAROLIN STÜWE |

Die Ulmer sortieren zwar noch nicht wie die Weltmeister, aber doch zumindest wie die Landesmeister. 11,9 Kilo Elektrogeräte pro Bürger bedeuten den ersten Platz in Baden-Württemberg. Bei den Metallen liegt Ulm neben Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Heilbronn, Pforzheim, Stuttgart und Mannheim an der Spitze dieser insgesamt acht Vergleichsstädte. Gut 2000 Tonnen kamen 2016 zusammen, pro Einwohner waren es 16 Kilo, was im Landesvergleich zu Rang drei führte.

Bei der Sperrmüllmenge hingegen sah es 2016 noch schlecht aus: Da wurde Ulm mit 43 Kilo nur von Mannheim (45 Kilo) „übertroffen“. Der Landesdurchschnitt war viel besser mit 21 Kilo pro Einwohner. „Jedoch wird sich diese Zahl künftig aufgrund der kontrollierten Sperrmüllanlieferungen stark verbessern“, sagte Michael Potthast, der Leiter der Entsorgungsbetriebe Ulm (EBU), bei der Ausschusssitzung. Dort wurde die Ulmer Abfalljahresbilanz im Landesvergleich vorgestellt.

Das Umweltministerium hat die oben genannten Städte als acht kreisfreie „Großstädte“ eingeordnet und diese miteinander verglichen. Ziel der Abfallbilanz ist es, die so genannte Leistungsfähigkeit der „Siedlungsabfallentsorgung“ im Land darstellen zu können.

Allgemeines Fazit: Das durchschnittliche Rest- und Sperrmüllaufkommen pro Einwohner und Jahr sei „dank der vorbildlichen Mülltrennung“ in den privaten Haushalten auch im Jahr 2016 erneut gesunken. Die Zahlen stammen deshalb von 2016, weil der 124-seitige Bericht Mitte 2017 veröffentlicht und erst Monate später im Umweltausschuss des Gemeinderats vorgestellt wurde.

Auch mit  91 Kilogramm Hausmüll (Rest- und Geschäftsmüll) pro Einwohner und Jahr liegt Ulm mit Freiburg an der Spitze, womit „Spitze“ hierbei das niedrigste spezifische Hausmüllaufkommen  bezeichnet. Damit lag Ulm zurzeit der Erhebung deutlich unter dem landesweiten Durchschnittswert von 120 Kilo Hausmüll pro Einwohner und Jahr.

Wenn überhaupt erst weniger Müll anfällt, kommt dies dem Bürger zugute: Weil seit einem Jahr auf den Recyclinghöfen Sperrmüll und Bauschutt nur noch gegen Vorlage des Müllgebührenbescheids abgegeben werden dürfen, haben sich die Mengen bereits um 50 Prozent reduziert, beim Bauschutt sogar um 62 Prozent, denn bisherige Fremdanlieferer haben nun keine Chance mehr. Da weniger Sperrmüll und Bauschutt entsorgt werden müssen, werden entsprechend Kosten gespart. Deshalb konnte die Grundgebühr für den Müll für das laufende Jahr von bislang 67 auf 62 Euro gesenkt werden (wir berichteten).

Beim leidigen Thema „Grünabfälle“, die noch  nicht sauber genug getrennt werden, liegt Ulm mit 75 Kilo pro Einwohner trotzdem auf Platz 3 unter den acht kreisfreien Großstädten.  Ein Grund für den guten Platz könnte sein, dass in den anderen Städten auch Grünabfälle aus dem öffentlichen Bereich mit eingerechnet sind.

In Sachen Biomüll erfasst Ulm mit 39 Kilo pro Einwohner die fünftgrößte Menge. Der Landesdurchschnitt ist schon höher: 49 Kilo.  Baden-Württemberg strebt sogar an, die Erfassungsmenge auf 60 Kilo zu steigern und rechnet in Ulm mit einer Steigerung auf mindestens 47 Kilogramm Biomüll pro Bürger.

Bei Papier und Pappe liegt Ulm auch aufgrund eines Konkurrenten, der ebenfalls in der Stadt Altpapier einsammelt, im Mittelfeld. 71 Kilo waren es pro Einwohner in 2016, genau 8765 Tonnen im gesamten Jahr. Das Altpapier kann verkauft werden und bringt Erlöse im Gegensatz zu Restmüll, dessen Verbrennung kostet, und zu Grünabfällen, die gegen Entgelt aufwendig kompostiert werden.

Restmüll im Gelben Sack

Selbst bei den Leichtverpackungen nimmt Ulm im Städtevergleich einen Spitzenplatz ein, landesweit den dritten. Dabei wurde jedoch kritisiert, dass die Gelben Säcke, die vom Verwerter Remondis eingesammelt werden, in erheblichem Umfang zur Restmüllentsorgung missbraucht werden. „Da sind oft Lebensmittel drin“, bestätigte EBU-Abteilungsleiter Florentin Heese.

Auch deshalb sagte Baubürgermeister Tim von Winning als Leiter der Ausschusssitzung zur Abfallbilanz 2016 in knappen Worten: „Das ist ein Anreiz, noch besser zu werden.“

Kommentar

Müllmenge steigt dennoch

Das Pro-Kopf-Aufkommen an Restmüll sinkt weiter, weil besser sortiert wird. Das zeigen die Abfallbilanzen, die das baden-württembergische Umweltministerium jährlich herausbringt – auf 124 Seiten. Solch ein statistischer Aufwand steht jedoch in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Was soll dieses Ranking, wer nun weniger Elektroschrott sammelt und wer mehr?

Jeder Entsorgungsbetrieb ist doch selbst aus wirtschaftlichen Gründen bestrebt, dass weniger Müll anfällt, damit die Kosten für die Weiterverwertung sinken. Das hat das Beispiel in Ulm gezeigt: 50 Prozent weniger Sperrmüll haben zur Senkung der Müllgebühr geführt, von der nun alle Bürger profitieren.

Genau diese Bürger sollten sich aber nicht auf den Bemühungen der Entsorger ausruhen. Sondern jeder kann selbst Müll vermeiden: Mit dem Korb auf den Wochenmarkt gehen und loses Obst und Gemüse kaufen, im Supermarkt Großpackungen meiden, damit weniger Lebensmittel verderben, Mehrwegbecher benutzen . . .

Das Pro-Kopf-Aufkommen an Restmüll sinkt zwar, wenn besser sortiert wird, aber gleichzeitig wachsen die Bevölkerung und die Wirtschaft kontinuierlich weiter. Genau so stetig werden auch die Abfallmengen zunehmen. Da hilft nur, die Wertstoffe noch sauberer zu trennen und zu recyclen. Denn von der viel zitierten Kreislaufwirtschaft ist Deutschland noch weit entfernt.

Jahresbescheide sind unterwegs

Infomaterial Dieser Tage bekommen die EBU-Müllkunden wieder ihren Jahresbescheid zusammen mit dem neuen Abfuhrkalender. Aber nicht alle Informationsschriften wie Müllinfo und Trennliste können mit dem Bescheid verschickt werden. Sie liegen deshalb bei den EBU in der Wichernstraße 10, den Ortsverwaltungen und Dienstleistungszentren sowie den Recyclinghöfen aus. Oder sie können heruntergeladen werden unter www.ebu-ulm.de

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