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Mückenplage droht – Bürger sollen Exemplare einschicken

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden.

Die Regenfälle und sommerlichen Temperaturen der letzten Tage werden eine Mückenplage auslösen. Dessen sind sich Experten sicher. Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg bittet jeden, der eine Mücke gefangen hat, sie ihm zu schicken.

„Wir sind dankbar für jede Mücke“, sagte die Biologin Doreen Walther vom ZALF. Sie würden gebraucht, um den Mückenatlas auf den aktuellen Stand zu bringen, in dem Verbreitungsgebiete und eingeschleppte Arten kartiert werden.

Walther: „Durch die in Europa in den letzten Jahren zunehmenden Ausbrüche von Stechmücken übertragenen Krankheiten wie Dengue-, Westnil- oder Chikungunya-Fieber sowie den jüngsten Zika-Virus-Ausbruch in Südamerika wurde die aktuelle Bedeutung von Stechmücken als Krankheitsüberträger unter Beweis gestellt.“ Zur Risikoabschätzung benötige das ZALF „dringend Daten zur Verbreitung der in Deutschland vorkommenden invasiven und einheimischen Arten.“

Für die Eiablage nutzen die Mücken ruhige Wasseroberflächen in der Natur, aber auch in Regentonnen oder anderen mit Wasser gefüllten Behältern. In den niederschlagsarmen Jahren 2014 und 2015 hat es eher wenige Stechmücken gegeben. Jetzt aber sieht es nach einer Mückensaison aus. Unter den derzeitigen Bedingungen benötigt die neue Mückengeneration nur rund zwei Wochen bis zum Schlupf.

Die Forscher benötigen intakte Mücken – zerquetschte oder plattgeschlagene sind unbrauchbar. Mücken solle man töten, indem man sie für einen Tag ins Gefrierfach legt. Um die zur Bestimmung wichtigen Schuppen und Borsten zu erhalten, sollten die Mücken nicht direkt in einen Briefumschlag gesteckt, sondern in eine kleine Schachtel, eine flache Dose oder ein Röhrchen gelegt werden. Mit in den Brief kommt ein Formular mit Fundangaben. „Insgesamt können Sie so viele Mücken fangen, wie es Ihrer Motivation und dem Mückenaufkommen entspricht“, heißt es im ZALF.

Der Mückenatlas soll helfen, das Risiko für durch Stechmücken übertragene Krankheiten abzuschätzen. Als besonders gefährlich gilt die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). Dank der Einsendungen sind sie bereits in Baden-Württemberg und Thüringen nachgewiesen worden. 

   

Infobox: Die Hausmücke

Stechmücken hinterlassen rote, juckende Stellen. Lateinisch heißen sie Culex pipiens, sie werden auch Hausmücke genannt. Nicht alle Exemplare dürstet es nach Blut: Nur die Weibchen saugen an Mensch und Tier, während sich die Männchen mit Pflanzensäften begnügen. Die weiblichen Mücken brauchen das Blut, um Eier zu bilden. Ihre Opfer finden sie hauptsächlich mit dem Geruchssinn. Sie richten sich nach ausgeatmeten Kohlendioxid oder anderen Duftstoffen wie Schweiß. Geräte, die einen hohen Piepton aussenden, um Mücken abzuhalten, machen nach Einschätzung von Mückenforschern deshalb keinen Sinn.

3 Kommentare

07.06.2016 17:39 Uhr

@SWP: WOHIN sollen die Mücken geschickt werden???

Ist es wirklich soooo schwer, dem Leser eine Adresse oder eine Website zu nennen, damit er in Erfahrung bringt, wohin die Mücken geschickt werden sollen? Warum denkt da nicht mal jemand mit????

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07.06.2016 20:59 Uhr

Antwort auf „@SWP: WOHIN sollen die Mücken geschickt werden???”

Nur mal kurz den oberen Link in der Zusatzinfo geklickt.
Ja Frau Peters, wer schaut ist klar im Vorteil.

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V.
"Mückenatlas"
Eberswalder Straße 84
15374 Müncheberg

Da geht die Post hin.

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29.08.2016 08:39 Uhr

Das muß ein Witz sein... warum lacht keine(R) ??

Unser Projektbudget lässt leider keine Unkostenerstattung zu. Als Gegenleistung für die Einsendung bieten wir jedoch an, Ihnen das Bestimmungsergebnis Ihrer Mückenart mitzuteilen (dazu auf dem Kontaktformular bitte unbedingt eine E-Mail-Adresse angeben) und Ihre Einsendung, auf Wunsch mit Namensnennung (auch Spitzname, Abkürzung oder wie im Formular von Ihnen angegeben), auf der Sammlerkarte dieser Internetseite zu markieren.

Ein bisschen was sollte dem Institut der Schutz der Bevölkerung wert sein.

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