undefined Function "box_swo_paywall_counter".

Alarmglocken in Europa schrillen

Sparkassenverband Präsident Peter Schneider sorgt sich um die Staatsverschuldung Italiens und die Lage der Banken.

GERHARD BLÄSKE |

Sorgen um die Entwicklung Europas angesichts des Handelskonfliktes mit den USA, der Situation in Italien sowie der Diskussion um eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherung sind im Mittelpunkt des baden-württembergischen Sparkassentages gestanden. An der  Veranstaltung in Offenburg nahmen 1200 Vertreter aus dem Sparkassenlager im Land teil.

„Die Alarmglocken sind lauter geworden“, bemerkte Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg zu Beginn. Er spielte damit insbesondere auf die Situation Italiens an, das Reformen und Einsparungen zurückdrehe und Schulden nicht zurückzahlen wolle. Schneider zeigte sich froh darüber, „dass die Sparkassen keine italienischen Anleihen in problematischem Umfang in ihren Bilanzen haben. Das haben wir nicht gemacht, weil wir lieber das Geschäft mit unseren privaten und mittelständischen Kunden im Land betreiben“.

Erst Solidität, dann Solidarität

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Helmut Schleweis, sprach sich für ein starkes Europa aus, „das mehr kann als Banken retten“. Er forderte Eigenverantwortung jedes einzelnen Landes: „Ohne Eigenverantwortung gibt es keine Stabilität“. Das gelte besonders für Pläne zur Vergemeinschaftung der Einlagensicherung. „Risiko und Haftung müssen zusammenbleiben“, sagte Schleweis.

Neben Deutschland sehen nach seinen Worten neun weitere EU-Mitglieder eine Vergemeinschaftung höchst kritisch. „Ein europäischer Topf zur Einlagensicherung würde die EU nicht einen, sondern auseinanderreißen“, fürchtet Schleweis.

Mit Sorgen blicken Schleweis und Schneider nach Italien auf die Staatsverschuldung sowie die Lage der Banken, die auf noch hohen Beständen ausfallgefährdeter Kredite sowie von Staatspapieren sitzen. Wer Solidarität fordere, „muss zunächst den Anspruch von Solidität und Stabilität an sich selbst stellen. Nur dann sind wir zu Solidarität bereit“, sagte Schneider. Er sieht Deutschland gegenüber französischen Forderungen etwa nach einem höheren europäischen Haushalt „fast in der Defensive gegenüber Frankreich, das ein ganz anderes Grundverständnis bei Währung, Haushalt und Stabilität hat“.

Die Sparkassen sind laut Schleweis mit ihrer dezentralen Geschäftspolitik eine Chance für ein starkes Europa mit einer Vielfalt unterschiedlicher Akteure statt einem Einheitsmodell. Doch litten die Institute unter der wachsenden Regulierung und einem oft „falsch verstandenen Verbraucherschutz“, der Kunden Stück für Stück vom „mündigen Entscheider zum schutzbedürftigen Informationsempfänger“ mache.

Volker Wieland, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, sprach sich für eine zukunftsfähige Wirtschafts- und Währungsunion aus. Dabei warnte er aber vor einem zu weitgehenden Entgegenkommen Deutschlands gegenüber Forderungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach einem gemeinsamen Budget. Das führe eher zu einer weiteren Umverteilung innerhalb Europas und berge die Gefahr, dass der Kontinent noch instabiler werde.

Gerhard Bläske

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

undefined Function "box_swo_tabellen_get_tabledata_by_leokuerzel".
Zum Schluss

Warum man mit Energiesparlampen ...

Die modernen Glühlampen sind gut für die Umwelt, weil sie Energie sparen, aber schwierig zum Entsorgen.

Energiesparlampen schonen das Klima, weil sie viel weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnen. Doch wenn sie zerbrechen, ist Vorsicht angesagt – vor allem, wenn sie Quecksilber enthalten. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr

Mückenplage droht – ...

Wo kommt sie vor? Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden. mehr